Wenn die Anspannung fällt

 

Die Anspannung war für mich körperlich spürbar.

 

Ich stand dauerhaft unter Strom.

Es war als hätte mich jemand direkt neben einem großen Umspannwerk abgestellt.

 

Mein Kopf arbeitete nicht mehr in seinen gewohnten Bahnen. Ich war reizbar.

Fast jederzeit konnte die Stimmung umschlagen. Selbst für meine Kinder war ich in manchen Momenten unberechenbar.

 

Die Erleichterung kam unerwartet und in ungewohnter Form beim PROBEFAHREN VON GEBRAUCHTWAGEN.

 

Alles hätte man mir zur Entspannung vorschlagen können, von Atemübungen über Yoga bis zur Schneetour. Sicherlich nicht PROBEFAHREN VON GEBRAUCHTWAGEN.

 

Und doch war es so!

 

Es war ein sachliches Geschehen.

Etwas auf der To-Do-Liste nach der letzten Reparatur an unserem Ford Focus Combi.

Mein Gehirn war unangestrengt beschäftigt.
Ich konzentrierte mich auf Fahrgeräusche, Sitzhöhe, Sitzgefühl, Turboloch, Ansprechen der Bremsen, Sicht, Wendekreis, … .

Wir – mein Mann und ich – entfernten uns vom Ort der Anspannung, ohne den Ortswechsel geplant zu haben.

 

Ich atmete nach Tagen der Anspannung wieder aus. Unbewusst fiel ich in einen entspannten Atemrhythmus.

Das ist jetzt eine Woche her.

 

Und ich bin um eine Erfahrung reicher, mit welchem Stresslevel mancher Mediant zu mir kommt;

und habe eine Idee mehr, welche Pfade Medianten nehmen können, um zu Entspannung und damit mehr innerer Freiheit zu kommen.

Es muss nicht PROBEFAHREN sein. Wer weiß, was die Mediantin, der Mediant auf seiner Liste zu tun hat, das sachlicher einfacher Konzentration bedarf, etwas ab vom Ort des Geschehens. Ich bin gespannt.


Der Zukunft stehen alle Tore offen.

 

Foto: Park Monceau, Paris